Bühne und Oper und es ist perfekt
PERLEBERG - Die Vita von Graciela Araya liest sich wie ein Exkurs durch einen Opernführer. Mehr als 70 Rollen umfasst ihr Repertoire, auf vielen Bühnen der Welt hat sie gesungen. Und jetzt ist die sympathische Chilenin, die mittlerweile länger im deutschsprachigem Raum lebt als in ihrer Heimat, in Perleberg - aus ihrer Sicht in der tiefsten Provinz. Doch jene schickt sich an, im Reigen namhafter Talentschmieden der Welt einen Platz zu erobern. Der Name Lotte Lehmann dürfte da wie eine Art Sprungbrett fungieren, zugleich ist er Anspruch und Verpflichtung, wie der künstlerische Leiter der Akademie, Angelo Raciti, betont. Und der Name ist es auch, der Graciela Arayas Interesse weckte. "Lotte Lehmann zählte zu den Großen der Welt, den Namen kennt jeder."
Zur zweiten Akademie klappte es, Graciela Araya gehört zum internationalen Dozententeam, das seit Montag junge professionelle Sänger auf einen Karrierestart vorbereitet. Angelo Raciti macht kein Hehl daraus, dass er stolz ist, so einen Profi von Rang und Namen dabei zu haben. "Sie singt alles, angefangen von den Opern des Barocks bis zu den zeitgenössischen. Sie beherrscht ihre Stimme von der tiefsten bis zur höchsten Lage." Sie könne so junge Sänger aller Stimmen unterrichten.
Die Stimme ist aber nur die eine Seite, wenn auch ein wesentliche, betont die gebürtige Chilenin, deren Namen man unter anderem mit Rollen wie Carmen, Octavian, Olga, Dorabella, Cherubino, Rosina und Orlofsky in einem Atemzug nennt. Um als Sänger zu bestehen, bedarf es einer behutsamen Vorbereitung. "Zeit ist wichtig, die Entwicklung muss von innen nach außen erfolgen. Fertig zu sein mit 25 Jahren und schon singen zu können als wenn man 30 Jahre nichts anderes gemacht hat, das klappt maximal für zwei Rollen." Und auch das Klischee von jung, schlank und schön passt hier nicht. "Ohne gewisse Fülle kann man nicht singen. Ein Luciano Pavarotti hätte nie rank und schlank sein und so singen können."
Die Akademie biete jungen Sängern diese Zeit, die Komplexität der Ausbildung und es wäre optimal "wenn Teilnehmer im nächsten Jahr abermals dabei wären", so Graciela Araya. Von den derzeitigen Teilnehmerinnen ist sie sehr angetan. "Es ist insgesamt ein gutes Niveau. Drei von ihnen sind Gold, sie können eine große Karriere machen."
Das Konzept der Akademie hat Graciela Araya überzeugt, "es macht einfach Spaß, es umzusetzen". Das Sahnehäubchen aber wäre eine Bühne und eine Oper aufzuführen. Denn auch die Erfahrung, mit dem Raum umzugehen, die Distanz zum Publikum, die Kommunikation mit dem Orchester seien ganz wichtig, eben auch der Unterschied zur Unterrichtssituation. Anregungen, die bei Angelo Raciti auf offen Ohren stoßen, ohne den Anspruch zu erheben, stehenden Fußes alles umzusetzen. Aber irgendwann könnte auch eine Aufführung im großen Saal zur Debatte stehen.
Und noch eine Idee könnte unter Umständen in den entstehenden Räumlichkeiten der Perleberger Akademie vielleicht ein Domizil finden - eine Art Kinder-Akademie, wie sie Graciela Araya vorschwebt. Sei selbst hat mit acht Jahren mit dem Singen begonnen, mit 13 Jahren die erste Oper einstudiert. "Einmal pro Woche wurde in der Schule geprobt, und alles ganz kindgemäß", fügt sie an.
Opern zu singen, ist mehr als eben nur zu singen. Dazu gehören die Geschichte, ein Gespür für die Musik, Körpersprache, das Spiel. All das dann mit 18 Jahren lernen zu wollen, sei zu spät. Gerade Mädchen können und sollten früher beginnen, denn ihre Stimme verändert sich nicht groß. "Und wenn aus den kleinen Sängern keine großen werden, dann aber zumindest ein überaus sachkundiges Publikum."
Die zweite Lotte-Lehmann-Akademie begann gestern / 16 Teilnehmer in vier Wochen
PERLEBERG - Die Welt zu Gast in Perleberg – natürlich ist das übertrieben, aber ein Körnchen Wahrheit haftet dem doch an. Die jungen Sängerinnen, die sich gestern als Teilnehmer der zweiten Lotte-Lehmann-Akademie vorstellten, kommen aus Australien, den USA, Argentinien oder Kanada. Nicht weniger international ist der illustre Kreis der Dozenten vom in Perleberg schon hinlänglich bekannten Pianisten Scott Curry bis zu Claudio Rizzi.
Sirje Aleksandra Viise ist Estin. Im Vorjahr war sie bei der ersten Akademie dabei. Warum ist sie wiedergekommen? „Es war gut für mich“, sagt die junge Sängerin. Inzwischen habe sie ein Engagement beim Tanztheater von Pina Bausch in London. Sie hofft schon bald auf ein weiteres Engagement in Österreich. In zwei Wochen sei das entscheidende Vorsingen. Die Kurse in Perleberg wolle sie nutzen, um sich darauf vorzubereiten. Nach dem Vorsingen in Österreich kehrt sie wieder zurück nach Perleberg, um an den Kursen und den Konzerten weiter teilzunehmen. Das letzte Jahr sei schon sehr intensiv gewesen, aber sie sei dadurch auch reifer geworden, erklärt sie. Eine ganz neue Erfahrung waren auch die verschiedenen Konzerte. Vor den Auftritten sei nicht mal Zeit geblieben, sich den Kopf zu zerbrechen, ob es klappt oder nicht.
Gerne wiedergekommen nach Perleberg wären auch die in Perleberg umjubelte Sharleen Joynt und Andreas Glaesmer. Die kanadische Sopranisten hat jedoch ein Engagement am Anhaltinischen Theater Dessau, wo sie inzwischen mehrere Rollen übernommen hat. Und Andreas Glaesmer ist durch sein Mitwirken am Choriner Musiksommer verhindert.
Bürgermeister Fred Fischer konnte gestern sieben junge Sängerinnen begrüßen. Die Meisterkurse, die in der Musikschule am Hagen, in der Förderschule an der Stepenitz und im Trausaal des Rathauses stattfinden, werden von insgesamt 16 Teilnehmern wahrgenommen, wobei nicht alle die Kurse vier Wochen lang belegen.
Fred Fischer freute sich, dass es eine zweite Akademie gibt und dazu mit mehr Teilnehmern als im Vorjahr. Dies zeigte, dass das Konzept trägt. In den nächsten Tagen wird der Start zum Bau der Akademie am Großen Markt gegeben. Die Akademie hat nach seinen Worten eine riesige regionale Ausstrahlung. Angelo Raciti, der künstlerische Leiter, meinte, es werde wieder auf dem hohen Level des Vorjahres gearbeitet. Die 13. Lotte-Lehmann-Woche beginnt am 13. August – nach Abschluss der Akademie. (Von Michael Beeskow)
Konzerte der Lotte-Lehmann-Akademie
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24. Juli, Samstag, 19 Uhr, Schloss Meyenburg;
- 25. Juli, Sonntag,
18 Uhr, L'Italiano (Ristorante), Perleberg, italienische Arien;
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31. Juli, Samstag, 19 Uhr, St.-Nicolai-Kirche, Pritzwalk; Gebets- und
Kirchenszenen aus großen Opern;
- 1. August, Sonntag, 16 Uhr, Dahses
Erbhof, Glövzin, Auf Flügeln des Gesanges – heitere Opernszenen unterm
Nussbaumdach;
- 7. August, Samstag, 19.30 Uhr, Schloss Ludwigslust,
Opernszenen aus Barock und Romantik im Goldenen Saal;
- 8. August,
Sonntag, 16 Uhr, Schloss Wolfshagen, C’est l’extase – ein musikalischer
Salon mit Opernszenen und Liedern der Belle Epoque im Gartensaal;
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13. August, Freitag, 19.30 Uhr, Alte Ölmühle, Wittenberge, E lucevan le
stelle – Sternstunden aus Oper, Operette und Musical am Elbufer;-
14. August, Samstag, 19 Uhr, Hotel Deutscher Kaiser, Perleberg, Gran
Finale – Festliche Operngala zur Eröffnung der 13. Lotte-Lehmann-Woche;
Kartenvorverkauf unter 0 38 76 / 78 14 07
"Urenkel" einer großen Operndiva
PERLEBERG - Sie kommen
aus den USA, Kanada, Australien, Estland, Argentinien, Deutschland und
erstmals auch aus der Prignitz - die Teilnehmer der diesjährigen Lotte Lehmann Akademie.
Insgesamt 16 werden es sein, einige von ihn werden die ganzen vier
Wochen absolvieren, andere haben noch berufliche Verpflichtungen, kommen
später bzw. sind nur eine bestimmte Zeit dabei, da demnächst neue
Engagements warten. Angelo Raciti, künstlerischer Leiter und der
geistige Vater der Akademie, ist aber
davon überzeugt, dass man wieder eine tolle Gruppe habe. Zum einen
wollen sich die jungen ausgebildeten Künstler hier auf ihren
Karrierestart vorbereiten. Zum anderen stehen sie für die spezielle
europäische Philosophie als Künstler in der Tradition, die auf Lotte Lehmann zurück gehe, zu wachsen.
Bürgermeister
Fred Fischer, der die jungen Kursteilnehmer und ihre Dozenten, die
ebenso international sind wie ihre Schützlinge, zuvor im Rathaus
begrüßte, spricht mit Blick auf die acht Konzerte, die die Teilnehmer
der Akademie im Juli und August geben
werden, von einer großen regionalen Ausstrahlung. Dafür stehe nicht
zuletzt auch, dass eine Reihe der jungen Sänger, die im vergangenen Jahr
dabei waren, heute feste Arrangements an renommierten Häusern haben.
Ein
straffes Studienprogramm liegt nun vor den Sängern, die womöglich in
einigen Jahren zu den Großen auf den Bühnen gehören könnten. Auf den
Weg dorthin wollen die Dozenten der Lehmann Akademie
sie ein kleines Stück begleiten, Gesangstalente in Gesangstechnik,
Stil- und Sprachcoaching so fördern, dass sie den Ansprüchen und
Repertoires des internationalen Opernbetriebes entsprechen.
Nach
einem Rundgang zu den Unterrichtsorten, sprich Trausaal,
Kreismusikschule und Förderschule, gab es gestern einen Sprachscheck
und ein Vorsingen. Um 16 Uhr begann dann bereits der erste Unterricht.
Täglich von 10 bis 13 Uhr und von 15 bis 18 Uhr dreht sich für sie alles
um die Musik. Doch bereits um 9 Uhr beginnt der Unterricht. Deutsch
steht da auf dem "Lehrplan", ebenso noch einmal um 14 Uhr.
Am
Sonnabend um 19 Uhr werden die jungen Stimmen dann erstmals im Konzert
im Schloss Meyenburg zu erleben sein und am Sonntag ab 18 Uhr erklingen
italienische Arien und Lieder im L’ Italiano in Perleberg.
Ideen mit Musik
PERLEBERG - Aus dem hässlichen Entlein soll ein schöner Schwan werden, ein sehr schöner. Gemeint ist das Gebäude am Großen Markt 12, der künftige Sitz der Lotte-Lehmann-Akademie. In der öffentlichen Sitzung des Kulturausschusses der Stadtverordnetenversammlung am Dienstagabend gab es erste Informationen zum konkreten Aussehen des Hauses und zum geplanten Innenleben. Auf Empfehlung des Ausschusses soll die Stadtverordnetenversammlung beschließen, dass man aus der Immobilie ein multifunktionales Gebäude zur kulturellen und touristischen Nutzung macht. Zum einen, so Bürgermeister Fred Fischer, müssen die Räumlichkeiten den speziellen Anforderungen der Gesangsakademie genügen, zum anderen sollen sie aber auch so konzipiert sein, dass Dritte sie nutzen können. Anfragen gebe es beispielsweise von Musikschulen.
Fürs Erdgeschoss sehen die Ideen so aus, dass hier künftig die Stadt info ihren Platz finden soll. Außerdem will man eine Dauerausstellung zur Operndiva Lotte Lehmann integrieren und damit dann auch platzmäßig das Stadt- und Regionalmuseum entlasten. Der Innenhof soll mit einem Glasgewölbe abgedeckt werden, bis ins dritte Geschoss hoch soll künftig, ebenfalls im Innenhof, ein Fahrstuhl empor steigen. Sowohl Hof als auch Erdgeschoss würden zudem Platz für öffentliche Veranstaltungen bieten. "Wir denken außerdem darüber nach, perspektivisch Mitarbeiter der Verwaltung, die im Bereich Stadtmarketing und Tourismus arbeiten, hierher zu verlagern", so der Bürgermeister.
Geprüft werde derzeit zudem die Errichtung einer Holzhackschnitzelheizung im Keller des Großen Marktes 12. Sie soll weitere öffentliche Gebäude am Großen Markt mit beheizen, so die Vorstellungen.
Budget speist sich aus verschiedenen Quellen
Diskutiert wurde vorgestern auch eine mögliche Rechtsform, die man für die Führung und den Betrieb der Lotte-Lehmann-Akademie in Kürze finden müsse. Als Favorit kristallisiert sich eine gemeinnützige GmbH (gGmbh) heraus. Für die zweite Akademie, die vom 19. Juli bis 15. August stattfindet, liegen inzwischen knapp 20 Anmeldungen vor. Das Budget von rund 82 000 Euro wird gut zur Hälfte aus den Einnahmen bestritten, die die Teilnehmer an Honorar bezahlen, der Rest setzte sich aus Spenden, Fördergeldern, privaten Zuwendungen und den Einnahmen aus den Akademie-Konzerten zusammen. Im vergangenen Jahr leistete die Stadt für die erste Lotte-Lehmann-Akademie aus ihrem Haushalt einen Zuschuss von rund 8000 Euro.
PERLEBERG - Es sind die
Frauen, die mit dem Kulturlandprojekt dieses Mal ins Blickfeld gerückt
werden sollen. "Mut und Anmut - Frauen in Brandenburg-Preußen", so das
Motto. Die Arbeitsgemeinschaft Städte mit historischen Stadtkernen ist
dabei wieder mit von der Partie, betont Martina Hennies. Im Sachbereich
Schule und Kultur betreut sie seit Anbeginn den Kulturland-Part der
Stadt, inhaltlich wie auch organisatorisch.
Belzig, Dahme,
Gransee, Angermünde und Perleberg werden als AG-Mitglieder Frauen und
ihre Schicksale in unterschiedlichen Sichtweisen beleuchten. Die
Rolandstadt wird Frauenschicksale aus vier Jahrhunderten an
authentischen Orten der Stadt für einen Augenblick zurück ins Leben
holen. Für das 17. Jahrhundert steht die Bürgermeisterfrau Anna Hasse.
Geboren 1645, verbindet sich ihr Leben sehr eng mit dem Ende des
30-jährigen Krieges, der unendlich viel Leid und Tod auch über Perleberg
gebracht hatte. "Praktisch aus dem Nichts musste das Leben in der Stadt
wieder organisiert werden", umreißt Martina Hennies die damalige
Situation. Am 26. Mai um 19.30 Uhr wird im Rathaus die zweite Frau des
ersten Perleberger Bürgermeisters wieder ins Leben treten.
Glaube
und Hoffnung steht für die Pastorentochter Dorothea Ritter. Anfang des
18. Jahrhunderts verbrachte jene ihre Jugend in Perleberg. Durch die
Versetzung ihres Vaters kam sie nach Potsdam und in die Nähe des
preußischen Kronprinzen. Jener bestrafte sie zu Unrecht und äußerst
hart. Warum - dieses Geheimnis wird Superintendent Hans-Georg Furian am
16. Juni ab 19 Uhr in der St. Jacobi-Kirche lüften.
Vom Perleberger Lottchen zum Weltstar - die Rede ist von Lotte Lehmann.
Ihr Leben und Wirken steht für das Ende des 19. und das beginnende 20.
Jahrhundert. Sie hat nicht nur dem Sommerkurs für junge Gesangstalente
den Namen geben. In Perleberg entsteht eine Akademie, an der in ihrem Geiste gesangliche Rohdiamanten den Feinschliff erhalten. Am 15. August wird der Film "Lotte Lehmann
- Stimme der Herzen" im Union-Kino laufen. Anschließend wird zu einer
Podiumsdiskussion mit Autorin und Regisseurin Rita Luzia Nasser ins
Rathaus eingeladen.
Das vierte Frauenschicksal soll an den 65.
Jahrestag des Kriegsendes erinnern, so Martina Hennies. Das heutige
Gymnasium in der Wilsnacker Straße war zu dem Zeitpunkt
Flüchtlingszentrale. Geplant habe man, gemeinsam mit dem
Gottfried-Arnold-Gymnasium und der Rolandschule dieses Kapitel der
Geschichte aufzuschlagen und die "Ankunft in der Fremde" darzustellen.
Gewiss kein leichtes Unterfangen, denn wer heute darüber berichtet, war
damals zumeist noch ein Kind. "Die Eltern haben aber eine ganz andere
Sicht auf die Dinge. Gesprochen wurde darüber später kaum. Doch wenn man
diese Erlebnisse nicht weitergibt, gehen sie verloren", weiß Martina
Hennies.
Mit der Schaustelle Stadtkern am 16. September soll
ein solches Frauenschicksal in den Mittelpunkt gerückt werden. Darüber
hinaus wird es Ausstellungen und Stadtführungen geben, bestimmt das
Thema Frauen eine Vielzahl von Veranstaltungen das ganze Jahr über. Den
Anfang macht die 20. Brandenburgische Frauenwoche.
Perleberger Elternhaus wird gekennzeichnet / Preisträgerkonzert am 19. April
PERLEBERG - Den Namen Lotte Lehmann kennt inzwischen jeder Perleberger. Dass die große Sängerin, die 1938 Deutschland in Richtung Amerika für immer verließ, wieder im öffentlichen Bewusstsein präsent ist, dürfte das große Verdienst all jener sein, die sich um die Lotte-Lehmann-Woche bemüht haben.
Der Freundeskreis ergriff nun wiederum die Initiative. Jenes Haus, in dem die gefeierte Sängerin ihre Kindheit verbrachte, bekommt eine Gedenktafel. Das Gebäude in der Berliner Straße 51 gehört heute zur Perleberger Polizeiwache. Wachenleiter Bodo Zackert meinte gestern, dass damit ein würdiger Rahmen gefunden wurde.
Wanda Hoppe vom Freundeskreis versuchte mit Stadtarchivarin Sylvia Pieper Licht in die Familiengeschichte zu bringen. Allerdings lieferten die Quellen widersprüchliche Angaben. Der früheste Hinweis auf die Familie Lehmanns findet sich 1878. Damals zog sie offenbar aus Prenzlau nach Perleberg. Als Wohnadresse wird die Berlinerstraße 5 angegeben; dies ist die heutige Berliner Straße 51. Später wohnten die Lehmanns in der Pritzwalker Straße 11, wo auch Lotte Lehmann geboren wurde. Wenige Monate später wird wieder die Berliner Straße 5 als Adresse angegeben, wo Lotte die ersten 14 Lebensjahre verbrachte. In ihren Erinnerungen schwärmte sie später noch von dem schönen Garten, den es dort einmal gegeben haben muss. Am 19. April wird die Erinnerungstafel als Höhepunkt eines musikalischen Frühlingsfestes enthüllt.
Wie Angelo Raciti, künstlerischer Leiter der Lotte-Lehmann-Woche ankündigte, kommen ab Ostermontag Preisträger der Lotte-Lehmann-Woche in einem Workshop zusammen. Am Sonntag, 19. April, um 15 Uhr bestreiten sie dann ein Festkonzert in der Aula des Gymnasiums. Unter der Leitung von Dozentin Maria Husmann dürften die Preisträger wieder ein szenisches Feuerwerk entfachen. Dies wird ein Wiedersehen mit Julia Schuhmacher, Mathilda Kochan, Andreas Freiberger, Sophia Körber, Maximilian Klakow und Tilman-Paul Schulze.
Bürgermeister Fred Fischer konnte gestern von erfolgreichen Gesprächen in Potsdam berichten. Zusammen mit Angelo Raciti hatte er Bildungsminister Holger Rupprecht das große Vorhaben einer Lotte-Lehmann-Akademie vorgestellt. Für die erstmalige Sommerakademie vom 3. bis 29. August sagte der Minister eine finanzielle Unterstützung von 10 000 Euro zu. Kulturministerin Johanna Wanka stellte eine vergleichbare Zuwendung in Aussicht.